Buchreihe 'Studien zur Geschichte und Kultur Nordwesteuropas'

Veröffentlichungen des Instituts für niederrheinische Kulturgeschichte und Regionalentwicklung der Universität Duisburg-Essen, Standort Essen

herausgegeben von Horst Lademacher und Lina Schröder (ab. Bd. 31)

 

Der im Reihentitel aufgenommene Raum umfasst die nordwestdeutschen Landschaften, die Benelux-Länder sowie Großbritannien. Der Zeitrahmen reicht von der Frühen Neuzeit bis in die jüngste Gegenwart hinein. Der Begriff Kultur versteht sich als die Gesamtheit der typischen Lebensformen einer Bevölkerung einschließlich der sie tragenden Werthaltungen und kollektiven Vorstellungen. Dabei ist für die HerausgeberInnen der Reihe völlig unerheblich, ob es sich um Elitekultur, Volkskultur, bürgerliche Kultur oder was sonst an etitheta ornantia grassiert, handelt. Sitten und Gebräuche und materielle Kultur sind ebenso vorzustellen wie darstellende Kunst, Literatur und Musik, und schließlich ist nachhaltig zu betonen, dass Manuskripte zur politischen Kultur eingeworben werden sollen. Es handelt sich bei letztgenannter Thematik nicht um die Einspielung eines modischen Aperçus, was man glauben könnte, weil das Vokabular des politischen Alltags das Wort von der politischen Kultur in die erste Reihe rückt. Vielmehr geht es um den Versuch, in dem abgesteckten geographischen Raum und zeitlichen Rahmen politische Verhaltensweisen und Entscheidungsprozesse, die Befolgung von Spielregeln oder Abweichungen davon in ihrer Vielfalt darzustellen und zugleich ihre Vergleichbarkeit und Nachahmung zu befragen. Politische Kultur wird also nicht als nackte Aktion staatlicher Akteure verstanden, sondern als Verhaltensweise im Politik-Betrieb der Gesellschaft, was auch Form und Gestalt des politischen Kurses impliziert.

Dieser Aspekt sei hier nachhaltig vertieft, dagegen ein weiterer Themenbereich genannt, der in der Reihe erfasst werden soll. Es werden Studien vorzulegen sein, die komparatistisch angelegt sind. Das heißt, der 'Gesamthabitus einer sozialen Gemeinschaft', um hier die Lamprechtsche Definition für Kulturraum oder Geschichtslandschaft einzubringen, ist im landeswissenschaftlichen Vergleich vorzustellen. Dabei sind unter 'sozialer Gemeinschaft' sowohl die nationalen als auch die regionalen Einheiten zu verstehen. Die regional begrenzten Einheiten lassen sich dabei durchaus auch als grenzüberschreitend begreifen. Das gilt für Vergangenheit und Gegenwart gleichermaßen. Und es ist zu untersuchen, inwieweit sich Traditionen des Grenzüberschreitenden bis in die Gegenwart erstrecken.

Insgesamt sind in der Reihe Untersuchungen vorzustellen, die Nation und Region im eigenen Raum und grenzüberschreitend kulturhistorisch und kulturpolitisch gleichermaßen betrachten. Dies ist eine weit gesteckte Aufgabe, die letztlich dem Ziel dienen soll, die historischen und mentalen Bedingungen der in der Großen Politik angestrebten europäischen Union deutlich zu machen.

Die Reihe erscheint im Waxmann Verlag Münster.