Veranstaltungen aktuell

1. Region ganzheitlich denken: der Einfluss von Geofaktoren auf die Gestaltung von Kulturlandschaften im Kontext interdisziplinärer Forschung

Internationale, interdisziplinäre wissenschaftliche Tagung vom 2. bis 4. April 2025 in Kiel

Organisation: PD Dr. Lina Schröder (Salzburg) und Dr. Evelien Timpener (Gießen)

Kooperationspartner: Abteilung für Regionalgeschichte mit Schwerpunkt Schleswig-Holstein an der Universität Kiel (Prof. Dr. Oliver Auge), AG Landesgeschichte im ‚Verband der Historikerinnen und Historiker Deutschlands‘, ‚Arbeitskreis für historische Kulturlandschaftsforschung in Mitteleuropa e.V.‘ (ARKUM)

gefördert durch: Brunswiker-Stiftung, Abteilung für Regionalgeschichte mit Schwerpunkt Schleswig-Holstein an der Universität Kiel (Prof. Dr. Oliver Auge), Alumni und Freunde der CAU e.V.

Anmeldung: bis zum 23.03.2025 bei lina.schroeder@uni-wuerzburg.de

 

Programm:

siehe auch: Arbeitskreis für historische Kulturlandschaftsforschung in Mitteleuropa e.V. (ARKUM); AG Landesgeschichte – VHD

 

Mi., 02.04.2025

15:00–15:20 Uhr: Begrüßung

15:20–16:05 Uhr (Keynote): Simone Müller (Augsburg)/Iris Nießen (Leipzig)/Angela Hof (Salzburg), Leerstellen besetzen. Fachdisziplinen im Gespräch

Moderation: Evelien Timpener (Gießen)

16:05–16:35 Uhr: Diskussion

16:35–16:50: Kaffeepause

 

Sektion A: Zwischen Ressourcenabbau und Kultivierung (16.–20. Jh.)

Moderation: Matthias Hardt (Leipzig)

16:50–17:10 Uhr: Karin Pattis (Brixen), Holzwirtschaft in den Dolomiten im 16. Jahrhundert. Ökonomische, ökologische und soziale Aspekte

17:10–17:30 Uhr: Vivien Specht (Kiel), Öde Gegenden – das Besiedlungs- und Kultivierungsprojekt auf den Heide- und Moorböden der jütischen Halbinsel im 18. Jahrhundert

17:30–17:50 Uhr: Jan Ocker (Kiel), Die ‚innere Kolonisation‘ als Landschaftsgroßprojekt. Hintergründe, Maßnahmen und Auswirkungen der agrarischen Kultivierung im Königreich Preußen zwischen 1890 und Erstem Weltkrieg

17:50–18:00 Uhr: Martin Knoll (Salzburg), Kommentar

 

Do., 03.04.2025

Sektion B: Fluss und Gewerbe

Moderation: Lina Schröder (Würzburg/Salzburg)

09:00–09:20 Uhr: Marcel Schön (Tübingen), Fischerei als Element der Fluvialen Anthroposphäre im Echaztal bei Reutlingen

09:20–09:40 Uhr: Ute Engelen/Heidrun Ochs (Mainz), Mühlen im ländlichen Raum

09:40–09:50 Uhr: Iris Nießen (Leipzig), Kommentar

09:50–10:20 Uhr: Diskussion

10:20–10:50 Uhr: Kaffeepause

 

Sektion C: Unterschiedliche Siedlungszentren (Administration) im Kontext fluvialer Faktoren

Moderation: Matthias Hardt (Leipzig)

10:50–11:10 Uhr: Sophie Lindemann (Leipzig), Mittelalterliche Wasserstadt Leipzig. Rekonstruktion einer mittelalterlichen Wasserstadt mit Hilfe von Archivquellen, Altkarten, Toponymen und archäologischen Funden

11:10–11:30 Uhr: Nicolai Hillmus (Darmstadt), Von Bauern, Bürgern und Benediktinern. Zusammenarbeit und Konflikt in der Gewässernutzung im Umfeld des Lorscher Sees und Klosters

11:30–11:40 Uhr: Simone Müller (Augsburg), Kommentar

11:40–12:10 Uhr: Diskussion

      ab 12:30 Uhr: Exkursion

 

Fr., 04.04.2025

Sektion D: Denken über Region und Grenzen im 19. Jahrhundert

Moderation: Evelien Timpener (Gießen)

09:00–09:20 Uhr: Christian Schumacher (Mainz), Alexander von Humboldt oder: wie eine Region überhaupt ganzheitlich gedacht werden kann

09:20–09:40 Uhr: Henrik Schwanitz (Dresden), Von der Natur gerahmt. Die Idee der ‚Natürlichen Grenzen‘ und der Einfluss von Geofaktoren für die Bildung regionaler Identität um 1800

09:40–09:50 Uhr: Angela Hof (Salzburg), Kommentar

09:50–10:20 Uhr: Diskussion

 

Schlussbetrachtung

Moderation: Lina Schröder (Würzburg/Salzburg)

10:30–11:00 Uhr: Martin Knoll (Salzburg), Region, Geofaktoren, Kulturlandschaft – Schlussbetrachtung

11:00–11:30 Uhr: Schlussdiskussion und Verabschiedung

ab 11:30: Möglichkeit zu Kaffeepause und Imbiss (auch zum Mitnehmen)

 

CfP

Auch wenn das Interesse für umwelt- und raumgeschichtliche Themen momentan durchweg groß ist, so schwierig fällt es dennoch vielen Forschenden, die verschiedenen ineinandergreifenden Themen- und Forschungsgebiete zu überblicken und sich ganz auf die interdisziplinäre Arbeit einzulassen. Erste Angebote, etwa das interdisziplinäre digitale Kolloquium ‚ARKUM – Fachdisziplinen im Gespräch!‘ (seit WS 2023/24), aktuelle Forschungsgruppen wie das SPP 2361 (‚Auf dem Weg zur Fluvialen Anthroposphäre‘) und Tagungen wie die stadthistorische Umwelttagung ‚Der Stoffwechsel der vormodernen Stadt‘ (Münster, März 2023) oder die landesgeschichtliche Tagung ‚Umwelten verflochten‘ (Erlangen, Sept. 2024), greifen diese Problematik bereits auf und versuchen die verschiedenen Disziplinen miteinander zu vernetzen. Ziel dieser Tagung ist es nun, einerseits die begonnene interdisziplinäre Vernetzung zwischen u.a. der Geschichtswissenschaft, Archäologie, Geographie und Soziologie durch eine weitere Begegnung fortzusetzen; andererseits aus fachlicher Perspektive interdisziplinäre Konzeptionen von Regionalität und raumbezogener Materialität im Kontext älterer und neuerer Forschungsparadigmen von verschiedenen Disziplinen und Epochen aus zu diskutieren. Dabei sollen ebenso die aktuellen gesellschaftlichen Debatten zum Klimawandel integriert werden, da sie auch in den Geschichtswissenschaften zu einem vermehrten Interesse an Themen geführt haben, die Geofaktoren und deren Einfluss auf Kulturlandschaften in der Vergangenheit adressieren.

Unter den ‚Geofaktoren‘ werden hier z.B. die Bodenbeschaffenheit, das Regionalklima, Flora und Fauna bzw. die Existenz spezifischer Formationen wie Flüsse, Seen, Meere, Wälder, Gebirge, Wüste etc. sowie ihr Zusammenwirken verstanden. Gleichzeitig prägten formierende und ständig verändernde politische Entitäten auch Teile der Landschaft – einen Vorgang, den wir unter dem Begriff ‚raumpolitische Prozesse‘ näher fassen: Gemeint sind die raumbildenden politischen Gegebenheiten (Territorial- und Herrschaftsgrenzen, Bistumsgrenzen etc.) eines spezifischen Raumes und seine Vermessung und Verzeichnung durch den Menschen. Geofaktoren und raumpolitische Prozesse sind wiederum Bestandteil einer von Siedlungen geprägten ‚Kulturlandschaft‘, die ferner ökonomische und kulturelle Aspekte – vor allem auch im Sinn einer ‚Bottom up‘-Perspektive – durch die in einem Raum lebenden Menschen integriert und sich ebenfalls seit jeher auf das Siedlungswesen auswirken.

Bei der Untersuchung dieser komplexen Strukturen sind insbesondere Forschende einzelner Fachdisziplinen mit zwei Herausforderungen konfrontiert: Wie können neue Ansätze entwickelt werden, die der Verbindung von Diskursivität und Materialität in den konzeptionellen Entwicklungen nach dem spatial turn und cultural turn Rechnung tragen, und wie kann die umfangreiche landschaftsbezogene, aber z.B. auch umweltgeschichtliche Forschungstradition der vergangenen Jahrzehnte berücksichtigt und produktiv weitergeführt werden? Die Tagung setzt hier an und nimmt die historische Bedeutung von Geofaktoren für raumpolitische Prozesse und die sie steuernden Wahrnehmungsperspektiven im Lauf der Geschichte systematisch in den Blick und diskutiert sie im Kontext interdisziplinärer Forschungsansätze benachbarter Felder wie etwa der Umweltgeschichte, Archäologie oder Geographie. Denn gerade auch die Frage, wie sich einzelne Theoriekonzepte an der Schnittstelle von Geographie, Soziologie und Archäologie mit der Tiefe der Landes- und Regionalgeschichte verbinden lassen, ist nach wie vor ein großes Forschungsdesiderat.

Für die Tagung gesucht werden Forschungsprojekte, die sich mit den skizzierten Themenfeldern beschäftigen. Interessant sind solche Projekte, die einerseits Mikroperspektiven verfolgen und sowohl Stadt-Umland-Beziehungen als auch dünn besiedelte, periphere Räume in den Blick nehmen. Spannend sind andererseits auch solche Ansätze, die auf einer Mesoebene Regionen untersuchen, die durch bestimmte zusammenhängende landschaftsbezogene Phänomene gekennzeichnet sind, dabei jedoch durch den Menschen gesetzte politisch-administrative Grenzziehungen überschreiten. Die Beiträge können unterschiedliche Epochenzugriffe von der Antike bis zur Zeitgeschichte aufweisen und bewusst interdisziplinär angelegt sein. Mögliche Fragestellungen zu den einzelnen Themenfeldern sind:

 

1. Der Zusammenhang von Kulturlandschaften und Geofaktoren

a. Welche Rolle spielen Geofaktoren in der Siedlungsgeschichte?

b. Welche Geofaktoren spielen neben dem Wasser im Kontext von Siedlungsentwicklungen eine Rolle?

c. Inwieweit spielen Geofaktoren aus zeitgenössischer Sicht eine Rolle?

d. Welche Rolle spielt das sich im Verlauf der Zeit wandelnde technische Wissen für die Veränderung von Wahrnehmungen von Kulturlandschaften?

 

2. Nutzung und Ressourcen

a. Welche Folgen hatte die Sicherung und Nutzbarmachung von Ressourcen für Kulturlandschaften (speziell für das Siedlungswesen)?

b. Wie wirkte sich der Abbau von natürlichen Ressourcen, etwa Wald, Stein, Sand, Metall, Erze usw. auf die Kulturlandschaften aus?

c. Inwiefern beeinflussen Geofaktoren einen besonderen Umgang oder bestimmte Nutzungspraktiken in bestimmten Regionen?

 

3. Theoriebildung

a. Welche Rolle spielen interdisziplinäre Ansätze der Historischen Kulturlandschaftsforschung etwa in der gegenwärtigen Landes- und Regionalgeschichte?

b. Wie lassen sich theoretische Ansätze aus der Historischen Kulturlandschaftsforschung und z.B. der Umweltgeschichte für landes- und regionalgeschichtliche Forschungspraktiken umsetzen und welche konkreten Quellenzugriffe sind dadurch erforderlich?

c. Welche Herausforderungen bringt die Berücksichtigung landschaftsbezogener Aspekte in der landes- und regionalgeschichtlichen Forschungspraxis mit sich, insbesondere auch im Hinblick auf interdisziplinäre Kooperationen?

d. Welche Quellen und Befunde lassen sich integrieren?

e. Welche Rolle spielen verschiedene Raumtheorien bei der Integration verschiedener Geofaktoren?

f. Welche Rolle spielen verschiedene Geofaktoren im Kontext epochenübergreifender Untersuchungen?

Die Tagung findet vom 02. bis zum 04. April 2025 in Kiel statt. Am Nachmittag des 3. April ist eine Exkursion in das Kieler Umland geplant. Willkommen sind Vorträge im Umfang von 25 Minuten, die im Kontext der Geschichtswissenschaften, der (Historischen) Geographie, der Archäologie, der Soziologie und anderer historisch-raumbezogener Disziplinen arbeiten. Tagungssprachen sind Deutsch und Englisch. Die Organisatorinnen bemühen sich derzeit um eine Gegenfinanzierung der Reise- und Übernachtungskosten. Rückfragen oder Bewerbungen in Form eines Exposés (max. 3.000 Zeichen inkl. Leerzeichen) mit anschließender Kurzbiographie bitte bis zum 20.02.2024 an Dr. Lina Schröder (lina.schroeder@plus.ac.at).

 

 

2. Interdisziplinäres Kolloquium ARKUM – Fachdisziplinen im Gespräch!

Organisationsteam: David Fuchs M. A. (Köln, Geograph), Dr. Gerrit Himmelsbach (Aschaffenburg, Archäologe und Historiker), Dr. Robert Lämmchen (Frankfurt a. M., Geograph) und PD Dr. Lina Schröder (Würzburg, Regional- und Landeshistorikerin).

Termine: Mo, 17:15 Uhr: 

 

Programm:

 

 

CfP

 

 

Literatur (exemplarische Auswahl)

 

 

 

3. 'Die Familie ist die natürliche Grundeinheit der Gesellschaft und hat Anspruch auf Schutz durch Gesellschaft und Staat' Familie in Mitteleuropa: über territoriale, nationale, religiöse und soziale Grenzen hinweg (bis 1989)